01.02.2017

In Biebertaler Dimensionen denken

RODHEIM-BIEBER - (wh). „Die Bieberer Feuerwehr musste 2016 zu 22 Einsätzen – acht Brandeinsätzen und elf technischen Hilfeleistungen – ausrücken. Leider waren auch drei Fehlalarmierungen zu verzeichnen. Hinzu kamen vier Brandsicherheitsdienste und zwei Brandschutzerziehungen. Insgesamt wurden 367 Personalstunden aufgewandt“, berichtete Wehrführer Stefan Holler. In seiner Aufzählung unerwähnt blieben die unzähligen Stunden, die für die Vor- und Nachbereitung der Übungsdienste und Einsätze, der Planung von Brandschutzerziehungen und Brandsicherheitsdiensten sowie für Sitzungen aufgewandt wurden. Zähle man diese hinzu, komme man auf über 1000 Stunden. Er regte erneut an, die aktiven Feuerwehrleute auch zu einer „Danke-Schön-Feier“ der Gemeinde als Anerkennung für ihre Arbeit einzuladen. Aktuell zähle die Einsatzabteilung 24 Mitglieder. Erfreulich sei, dass ein „Quereinsteiger“ zu den Aktiven fand. „Ich danke allen Kameraden für die ,Rund-um-die-Uhr-Einsatzbereitschaft‘“, sagte Holler. Er berichtete, dass in keinem anderen Jahr das Löschfahrzeug so lange in der Werkstatt stand. Aufgrund des hohen Fahrzeugalters musste entweder lange auf die Ersatzteile gewartet oder es mussten sogar welche angefertigt werden. Einigkeit beschworen Auch berichtete er, dass 29 Übungsdienste – 14 theoretische und 15 praktische sowie sechs gemeinsame Ausbildungsveranstaltungen auf Biebertaler Ebene – absolviert wurden. Drei Grund-, ein Atemschutzgeräteträger-, ein Maschinisten-, zwei Sprechfunklehrgänge wurden besucht sowie zwei „Feuerwehrführerscheine“ erworben. Wehrführer Stefan Holler ging auch auf die Zusammenführung der Biebertaler Wehren ein und kritisierte, dass, nachdem ein gemeinsam und einstimmig beschlossener Fahrplan für die Zukunftssicherung der Feuerwehren festgelegt war, und die Verantwortlichen der Kommune und der Feuerwehr die Zukunft in der teilweisen Zusammenführung von Ortsteilfeuerwehren sahen sowie der Standort für das gemeinsame Gerätehaus an der Großsporthalle feststand, ein Ortsteil – trotz einstimmigen Beschluss – ausscherte. „Denn nur gemeinsam sind wir den steigenden Anforderungen gewachsen. Wir müssen endlich lernen, nicht in Ortsteil-, sondern in Biebertaler Dimensionen zu denken. Die Feuerwehren haben begonnen, diese Barrieren abzubauen. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch hakt oder haken wird und es Rückschläge gibt. Die Jugendfeuerwehren der Ortsteile, die ab diesem Jahr gemeinsam üben, gehen mit gutem Beispiel voran“, so Holler. Jugendfeuerwehrwartin Christina Richter berichtete, dass die Jugendfeuerwehr zurzeit zwölf Mitglieder und die Minifeuerwehr „Feuermäuse“ 15 Mitglieder zählen. Voraussichtlich werden vier Kinder von der Mini- in die Jugendfeuerwehr wechseln. Bei den Wahlen zum Feuerwehrausschuss wurde Dennis Will für Bernd Weber zum stellvertretenden Wehrführer gewählt. Bernd Weber wurde zum Gruppenführer, Jens Failing zum stellvertretenden Gruppenführer, Harald Christ und Thomas Richter zu Gerätewarten und Fabio Lerch zum neuen Jugendfeuerwehrwart gewählt. Er übernimmt das Amt von Christina Richter. Vertreter der Alters- und Ehrenabteilung ist Günther Dönges. Bernd Weber wurde auf Vorschlag von Christoph Jungfer zum Ehrenmitglied ernannt. Da sich Christina Richter nach 15 Jahren engagierter Arbeit nicht mehr zur Verfügung stellte, dankte ihr Holler für die geleistete Arbeit. „Die Arbeit hat mir in all den Jahren sehr viel Spaß gemacht. Höhepunkte waren unter anderem das 50-jährige Bestehen der Nachwuchswehr, das 2009 gefeiert wurde, und die Zeltlager. Ich danke allen, die meine Arbeit in all den Jahren unterstützt haben“, so Richter zum Abschied. Vorsitzender Michael Dönges ließ in seinem Jahresbericht die wichtigsten Veranstaltungen Revue passieren. Dazu gehörten die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung der Biebertaler Feuerwehren und am Kreisverbandstag sowie das Spitzenhausfest zusammen mit dem Sommerfest der evangelischen Emmausgemeinde Bieber und die Tagesfahrt nach Frankfurt. „Die finanzielle Situation unseres Vereins ist weiterhin als sehr gut zu bezeichnen. Diese Sicherheit gibt uns die Möglichkeit, auch größere Anschaffungen vornehmen zu können“, so Dönges. Der Feuerwehrverein zählt 172 Mitglieder. „Vor dem Hintergrund der Zusammenlegung von Feuerwehren und dem Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr Biebertal, ist es für uns als Verein notwendig, sich zu positionieren – ob in einem Zusammenschluss, der Bildung einer Vereinsgemeinschaft oder als eigenständiger Verein“, so Dönges. Mitglieder geehrt Den Kassenbericht erstattete Dieter Schnitker. Der vorgelegte Haushaltsplan für das Jahr 2017 wurde einstimmig gebilligt. Gemeindebrandinspektor Christoph Jungfer und Bürgermeister Thomas Bender beförderten Philipp Becker und Leonard Köster zum Feuerwehrmann und Caroline Pfaff zur Feuerwehrfrau. Dönges ehrte für 50-jährige Mitgliedschaft Horst Weber und Willi Jungfer. Bender dankte der Bieberer Wehr für ihre engagierte, zum Wohle der Allgemeinheit geleistete Arbeit.